Erziehungssprüche aus der Kindheit Impressum & Datenschutz
Sätze, die du aus deiner Kindheit kennst

Mit vollem Mund spricht man nicht. Pass auf, das ist heiß! Iss deinen Teller leer, damit es morgen gutes Wetter gibt. Sag schön „Bitte“ und „Danke“. Wie sagt man? Setz dich gerade hin, sonst kriegst du einen krummen Rücken. Red nicht dazwischen, wenn die Erwachsenen sprechen. Morgenstund hat Gold im Mund. Ordnung ist das halbe Leben. Mach das Fenster zu, wir heizen nicht für draußen. Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst ... Zieh dich warm an, sonst holst du dir den Tod. (erkältest du dich) Ich zähle jetzt bis drei! Weil ich es sage - Deshalb! Wenn alle von der Brücke springen, springst du dann auch? Solange du die Schule besuchst, ist das dein Job. Hände weg. Stell das zurück, sonst machst du es kaputt. Ohne Fleiß kein Preis. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Übung macht den Meister. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Wenn du schielst, bleiben die Augen so stehen. Vom Fernsehen bekommst du viereckige Augen. Ehrlich währt am längsten. Der Ton macht die Musik. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Mit dem Essen spielt man nicht. Dafür bist du noch zu klein. Wenn du groß bist, wirst du das verstehen. Das Leben ist kein Ponyhof. Ich hab’s dir gleich gesagt. Andere Kinder schaffen das doch auch. Ich will nicht diskutieren, mach es jetzt! Frag deinen Vater / frag deine Mutter. Hier sieht’s aus wie bei Hempels unterm Sofa! Räum dein Zimmer auf, ich will den Boden wieder sehen. Was du rausgeholt hast, räumst du auch wieder weg. Licht aus! Strom kostet Geld. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Renn nicht so, du fällst gleich! Nicht so nah an den Fernseher, du verdirbst dir die Augen. Solange du deine Hausaufgaben nicht fertig hast, gibt’s kein Fernsehen. Für die Schule lernst du, nicht für mich. Ein bisschen Fleiß hat noch keinem geschadet. Man muss auch mal etwas durchziehen. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Stille Wasser sind tief. Hochmut kommt vor dem Fall. Kommt Zeit, kommt Rat. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Ich bin nicht deine Putzfrau!
Und jetzt bist du erwachsen

Jeder trägt ein unsichtbares Gepäck mit sich herum: eine Samm­lung von Sprüchen der eige­nen Eltern und Groß­eltern: irgendwo zwischen liebe­voll, genervt, mora­lisch, drohend und manch­mal unfrei­willig komisch. Diese Sprüche sind so tief in unserem kollek­ti­ven Gedächt­nis ver­ankert, dass man sie oft weiter­gibt, bevor man merkt, dass man selber klingt wie die eige­nen Eltern („Du klingst wie deine Mutter“).

Viele dieser Sätze sind Versuche, Ordnung in den All­tag zu brin­gen, Grenzen zu set­zen und den Kindern Werte mit­zugeben: Fleiß, Sparsam­keit, Anstand, Rück­sicht, Sicher­heit. Manche Eltern sagen solche Sätze, weil sie selbst damit groß ge­worden sind. Die Sprüche wirken ver­traut, sie funktio­nie­ren halb­wegs, und sie sind ein­fach immer „da“.

Kinder erinnern sich an diese Sätze, weil man sie ge­fühlt tausend Mal gehört hat. Warum wohl? So ein Spruch fällt oft in Situa­tio­nen, die für Kinder wich­tig sind, auf­regend oder frus­trie­rend sind. Das brennt sich ein. Und die charak­teris­tische Stimme der eige­nen Eltern - die Art, wie Eltern einen Spruch sagen, macht ihn legen­där: der Ton­fall, der Blick, die Geste.

Und wenn man erwachsen geworden ist, erkennt man im Rück­blick mit Humor: vieles war gut ge­meint, manches war un­nötig und über­trieben, aber eini­ges war lustig.

Die bekannten Sprüche sind sogar eine Verbin­dung zwischen völlig fremden Men­schen - die sich über den glei­chen Satz kaputt­lachen können, weil beide ihn aus ihrer Kind­heit kennen. Quasi eine gemein­same Erinne­rung, eine Nostal­gie aus dem gemein­samen kultu­rellen Grund­rauschen einer Genera­tion oder der ganzen Gesell­schaft.

Auch junge Eltern ertappen sich bei „Ich zähle jetzt bis drei …“, weil es ein­fach funktio­niert. Vielen dieser Sprüche wohnt eine Art liebe­voller Strenge inne. Auch wenn sie uns früher manch­mal ge­nervt oder frus­triert haben, tragen sie heute oft etwas Warmes, Vertrautes in sich. Und obwohl wir schwören, solche Sätze nie zu sagen, passiert es irgend­wann doch: „Mach das Licht aus!“ Und genau in dem Moment weiß man: Es ist passiert. Man ist offi­ziell er­wachsen ge­worden.